Volle Hütte aber schlechte Bahnverhältnisse
Quelle:
www.speedway.org
Trotz der sehr schlechten Wetterprognose auch für den Sonntag " nachdem das geplante int. Grasbahnrennen am Abend zuvor in Osnabrück ja dem Regen zum Opfer fiel " war das Wetter perfekt und es kamen mehr Fans als in den Jahren zuvor.
Doch leider gab die Bahn nicht ihr bestes mehr her, nachdem am Samstag im Schlosspark auf der 1000m-Speedstrecke schon 21 Rennen in der B-Lizenz 250ccm und den beiden Klassen der EVLS gefahren wurden. Nachdem das Training bei diesen schlechten Bedingungen durchgezogen werden konnte, rückte der Bahndienst zu vielen aber nötigen intensiven Einsätzen raus. Desweiteren verschob man die Innenkannte der Zielkurve immer weiter ins Innenfeld rein und dennoch zollten einige Fahrer der Strecke ihren Tribut:
Jörg Tebbe gab auf, nachdem sich sein Auspuff bei seinem Laufsieg im ersten Heat wegen der löchrigen Strecke verschob, der Motor dadurch Fremdluft zog und er damit dann beim 2. Start einen Ausfall hatte. Er meldete sich von seinen weiteren Rennen ab.
Andrew Appleton, der nach seiner Zweibrückenverletzung sein Comeback von Osnabrück nach Rastede verlegen musste, gab nach 2 Durchgängen auf. Ihm fehlte die Kraft, um mit seiner lädierten Schulter der Strecke Herr zu werden.
Gleich 2 Hinterräder von Christian Hülshorst speichten ihm während der Fahrt aus. Einmal führte es sogar zum Sturz in der 2. Ecke, doch ließ Referee Matze Stucke ihn zum Restart wieder zu. "Burning"-Hülshorst, wie er jetzt seit seinem Feuermalheur in Werlte genannt wird, verlor dadurch viele Punkte, weil er beide Male an aussichtsreichen Positionen lag.
In der B-Lizenz stürzte Thorsten Haupt im 4. Durchgang und musste wegen einer schweren Rippenprellung auch zur Beobachtung im Krankenhaus von Westerstede bleiben.
Gute Besserung von dieser Stelle
Dass es aber insgesamt gesehen nicht noch zu mehr Stürzen gekommen war, ist ein Wunder, obwohl Enrico Janoschka, der ja in Rastede vor einem Jahr seinen schlimmen Crash hatte, nun im 6. Heat schon mit beiden Beinen in der Luft hing, seine missliche Lage aber wieder unter Kontrolle bringen konnte. "Es kam erst ein kleines Loch, dann 2 Meter weiter ein richtig großes Loch mit einer so großen Kante drin, dass du denkst, du fährst gegen eine Bordsteinkante", so Rickys Erklärung.
Fahrerbesprechung und Kompromissbereitschaft
Gerade nach dem Sturz von Haupt stellten sich Offizielle und Aktive noch einmal zu einer außerordentlichen Fahrerbesprechung zusammen und man beschloss, in den int. Klassen Solo und Gespanne auf 2 Wertungsläufe zu verzichten, um den Fans einen kompletten Rennabbruch zu ersparen. Auch wurde zu Beginn der Veranstaltung schon der geplante Sonderlauf zur NBM gestrichen und die Wertung erfolgte aus dem Gesamtergebnis.
Zum Rennverlauf
Nach 6 statt 8 Vorläufen der I-Solisten ging Bahnrekordsieger Dirk Fabriek mit 4 Punkten Vorsprung ins Finale. Doch tat er sich schwer und kam nur auf Rang 4 "im Fotofinish Matten Kröger unterlegen" ins Ziel. Diese beiden Punkten reichten aber zum Gesamtsieg mit 17 Zählern vor Glen Phillips, der sich von Rang 3 aus an die Finalspitze kämpfte und mit 16 Punkten auf Rang 2 kam. Platz 3 ging am Ende an Janoschka, der mit Phillips punktgleich ins Finale ging, nun aber auf 15 Zähler blickte. Mit Kröger, der mit 13 Punkten auf Rang 4 diesen Renntag beendete, waren dies auch die unumstrittenen Topfahrer des Tages, denn zu Rang 5 in Person von Richard Speiser, klaffte eine Lücke von sage und schreibe 6 Punkten. Auch Rath brachte 7 Punkte ins Ziel, hatte aber im 3. Outing einen Ausfall an 2. Stelle liegend zu beklagen.
Toni Kröger, der am Ende mit 6 Punkten auf Rang 7 landete, freute sich vor dem Finale: "Endlich mal wieder eine Finalteilnahme und eine einstellige Platzierung." Damit nicht genug Toni, du bekommst sogar noch 2 NBM-Punkte als Bonus drauf zu. Stephan Katt komplettierte das Finalfeld mit 5 Punkten, bei einem Ausfall im Auftaktheat im Kampf um Rang 1 gegen Tebbe, der immerhin noch Rang 9 am Ende belegte.
Enttäuscht von seiner eigenen Leistung war Mitch Godden, der Rang 10 belegte vor Sirg Schützbach, Ramon Stanek, dem unglaublichen Vincent Kinchin, der nach seinem schweren Sturz in Werlte schon wieder sein 2. Rennen fuhr, Pechvogel Hülse, Appleton sowie Robert Baumann, der nach seiner Wirbelverletzung im Mai nun auch wieder auf dem Motorrad seine Kreise zog. Reservist Kadlec kam einmal zum Zuge, blieb aber ohne Punkt und wurde 17.
Gut gepolstert....
... mussten die Beifahrer in der Gespannklasse in die Rennen gehen. Im Training zu sehen, war eine weit über dem Schutzblech gebeugte Berit Tralau, die ja sonst mit dem Helm zum Teil sogar Bodenkontakt hat. "Du kannst dir nicht vorstellen, was das für Schläge in die Rippen sind, wenn du dich direkt drüber legst", erklärte "Sally" nach diesem mehr als ungewohnten Bild. Für die Rennen polsterte sie sich und auch das Motorrad dementsprechend und konnte wie gewohnt den Kampf mit Fahrer Karl Keil aufnehmen. Gegen den Maximumsieg in der verkürzten Renndistanz von 3 statt 5 Läufen von Tommy Kunert und Markus Eibl fanden sie aber keinen Weg vorbei an die Spitze.
Rang 3 belegte Geburtstagskind Imanuel Schramm mit seinem Co-Piloten Bernd Kreuzer. Eigentlich wollte ja die Lebensgefährtin Lydia Neuendorf dieses Rennen bestreiten, doch nachdem sie sich beim Freitagsrennen im niederländischen Staphorst da den Fuss geprellt hatte, war sie doch ganz froh, hier ihre Rippen schonen zu können. Wayne Read und Mark Hopkins hatten ebenfalls noch 4 Einsätze und landeten auf Rang 4. Die jeweils 2 Letzten aus dem Heat davor machten nämlich Platz für die beiden Teams, die zuschauen mussten. Bei je 2 Einsätzen kamen somit Gary Southgate und seine neue deutsche Beifahrerin Katrin Schmidt sowie Philip Wierenga und Hessel Auwema noch mit je 1 Punkt auf die Ränge 5 und 6, während B-Lizenz-Pilot Stefan Radtke mit Danny Labs sowie Nick mit Abi Radley wegen technischer Probleme vorzeitig bei nur einem Start aufgeben mussten.
Zum Jubiläum den Tagessieg
Wie Speedway.org begann auch Jens Buchberger 1999 seine aktive Zeit in der Bahnsportszene. In Rastede gab es sein Jubiläumsrennen, was er als Tagessieger beendete. Ihm machten die Bahnverhältnisse nicht wirklich was aus, genauso wenig wie dem Zweitplatzierten David Speight aus England. Buchberger hatte aber eine Erklärung für diese Sympathie zur Strecke: "Man kann hier in der Zielkurve gut fahren, weil die Bahn ja immer weiter ins Innenfeld verlegt wurde. Da kann man echt gut fahren und ich verstehe nicht, warum die anderen immer wieder soweit aussen fahren, wo die ganzen Löcher sind." Buchberger stand schon vor dem letzten der 5 Heats als Tagessieger fest, wobei ihn der Modus der zwei zum Aussetzten Verdammten natürlich auch nicht betraf. Auch Speight, der Drittplatzierte Dennis Noordmann, den man im Sturzlauf von Thorsten Haupt in der Aufstellung vergessen hatte, er aber beim Restart wieder teilnehmen durfte und seine Chance nutzten konnte, sowie Anthony Queripel waren an allen 5 Punktläufen beteiligt.
Im Benny Hegener-Outfit fuhr sich Keijo Bünning auf Rang 5, wobei er im 2. Heat sein Bike am Start wegschmiss und für den 3. Heat mit dem Aussetzten die Konsequenzen dafür trug. Sven Mannott und auch der arg gebeutelte Seriensieger Thorsten Haupt (Ausfall - Zuschauen - Sturz) kamen mit ihren Punkten auf die Plätze 6 und 7 vor Dennis Stübe, der den 2. Lauf aussetzen musste, da er seine sehr guten Starts nicht immer in Punkte umwandeln konnte. Lars Zandvliet und Pascal Swart, der sich verletzungsbedingt wegen einem verdrehten Bein abmeldete, blieben ohne Zähler.
Die Ergebnisse: